Brennholzmachen: 10 Fragen zur Arbeit im Wald

22.02.2018

Ein Feuer im Kamin sorgt nicht nur für eine wohlige Wärme, sondern auch für eine besondere Stimmung. Sie haben dabei die Wahl, Holzscheite zu kaufen oder diese selbst aufzubereiten. Selbst geschlagenes oder gesammeltes Brennholz hat den Vorteil, dass es besonders kostengünstig und nachhaltig ist. Kein Wunder, dass das Heizen mit Holz immer beliebter wird. Wer sich sein Brennmaterial selbst beschaffen will, darf allerdings nicht einfach in den Wald ziehen und Holz hacken.

In diesem Beitrag geben wir Ihnen Antworten auf die 10 wichtigsten Fragen rund ums Thema Brennholz machen – zum Beispiel, wo und wann das Feuerholz sammeln erlaubt ist.

Sie können Brennholz auch selbst im Wald sammeln und aufarbeiten.

  • Umweltfreundliche Energie aus heimischen Wäldern: Beim Verbrennen von Holz wird immer nur so viel Kohlendioxid freisetzt, wie der Baum beim Wachstum aufgenommen hat. Heizen Sie mit Holz, müssen Sie sich deshalb keine Gedanken um Ihre CO2-Bilanz machen. Außerdem wird in Deutschland auf einen ökologischen Holzanbau geachtet und es werden immer weniger Bäume geschlagen als nachwachsen.

 

10 Fragen zum Thema Holzmachen

Die beste Zeit für die Brennholzaufarbeitung im Wald sind die Herbst- und Wintermonate. Bevor Sie jedoch zur Motorsäge greifen oder herabgefallenes Holz sammeln, haben wir einige praktische Hinweise für Sie.

  1. Braucht man eine Genehmigung, um Brennholz im Wald zu sammeln?

Da Wälder in Deutschland meist Ländern, Gemeinden oder Kommunen, zum Teil aber auch Privatpersonen gehören, brauchen Sie eine offizielle Genehmigung: Mit dieser dürfen Sie herabgefallenes Holz sammeln oder liegengebliebenes Material von Waldarbeiten zu Brennholz aufbereiten. Den Holzleseschein, in manchen Regionen auch Flächenlos genannt, erhalten Sie bei Ihrem regionalen Forstamt.

Die Erlaubnis wird über verschiedene Zeiträume erteilt – diese reichen von nur einem Monat bis zu einem ganzen Jahr. Ist Ihre Genehmigung abgelaufen, können Sie diese beim Forstamt auch erneuern lassen.

         2. Gilt die Genehmigung auch für das Fällen von Bäumen?

Ein Holzleseschein erlaubt nur das Sammeln von Holz. Selbst Bäume zu fällen ist dagegen in der Regel nicht zulässig, da ein geschulter Umgang mit der Motorsäge unabdingbar ist. Wenn alte und kranke Bäume geschlagen werden müssen, übernehmen Forstwirte diese Aufgabe daher meist selbst.

Möchten Sie selbst zur Motorsäge greifen, brauchen Sie eine weitere Genehmigung. Diese bekommen Sie ebenfalls beim Forstamt, wenn Sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein.

  • Sie müssen an einem zertifizierten Motorsägenkurs teilgenommen haben.

Der Motorsägenführerschein kann alternativ durch den Nachweis einer entsprechenden forstwirtschaftlichen Ausbildung oder einer langjährigen Tätigkeit in der Holzernte ersetzt werden.

         3. Wo im Wald darf man Holzmachen?

Bevor Sie zum Kaminholzsammeln in den Wald ziehen, sprechen Sie am besten mit dem zuständigen Förster. Dieser wird Ihnen ein Waldstück zuweisen, in dem Sie das Holz auflesen dürfen. Denn der Förster weiß genau, wo Bäume geschlagen wurden und Holzreste von Waldarbeiten zu finden sind.

  • Schnell sein lohnt sich: Da das Sammeln von Kaminholz immer beliebter wird, sollten Sie sich frühzeitig ein Waldstück zuteilen lassen. So haben Sie im Winter genügend Kaminholz vorrätig.

Lassen Sie sich vom Förster ein Waldstück zuteilen.

            4. Darf am Wochenende Holz geworben werden?

Holzsammelscheine gelten nur für Werktage – also von Montag bis Samstag. An Sonn- und Feiertagen ist das Brennholzwerben im Wald dagegen nicht erlaubt. Zudem sind bestimmte Uhrzeiten einzuhalten und Wildruhegebiete zu schützen. Der Zweck dieser Zonen ist der Schutz von im Wald-lebenden Tieren und Vögeln. Auch hier informiert Sie Ihr Förster vor Ort gern.

            5. Was ist, wenn es dunkel wird?

Gute Sicht ist wichtig: Deshalb dürfen Sie auch nur zwischen Sonnenaufgang und -untergang Holz aufbereiten. Aus Sicherheitsgründen ist das Arbeiten bei Dunkelheit im Wald nicht gestattet.

Zusätzlich sollten Sie die aktuellen Wetterbedingungen beachten. Bei Nebel, kräftigem Wind, Gewitter und starkem Frost sollten Sie sich ebenfalls nicht im Wald aufhalten.

            6. Ist es möglich, das ganze Jahr über Holz zu machen?

In den Monaten zwischen Frühling und Sommer besteht in einigen Bundesländern ein Verbot des Selbstwerbens. Die genauen Zeiten hierfür unterscheiden sich von Land zu Land. Grund für das Verbot ist, dass sich während dieser Zeit viele Waldtiere in der Brut- und Setzzeit befinden. Diese würden durch Waldarbeiten gestört. Auch wenn Ihr Holzsammelschein für ein Jahr gültig ist, dürfen Sie in dieser Zeit kein Brennmaterial schlagen. Wir raten Ihnen, sich bei Ihrem Forstamt zu erkundigen, ob Sie auch im Sommer Holz für Ihre Feuerschale sammeln dürfen.

             7. Kann man auch alleine zur Holzernte gehen?

Ganz klar: Sie sollten niemals alleine im Wald Holz aufbereiten. Wir empfehlen Ihnen, mindestens zu zweit in den Wald zu gehen. So kann die Begleitperson im Notfall Hilfe holen oder selbst Erste Hilfe leisten. Und mal ehrlich: Zu zweit macht die Arbeit doch gleich doppelt so viel Spaß, oder?

Gehen Sie immer in Begleitung zur Holzernte in den Wald.

                 8. Wie wird das Holz abgerechnet?

Die Kosten richten sich nach der Holzart sowie seiner Stärke- und Güteklasse. Wie hoch die Kosten im Detail sind, kann Ihnen das zuständige Forstamt sagen.

Sobald Sie im Wald die gewünschte Menge Brennholz gesammelt haben, schichten Sie dieses am Wegrand einfach zu einem Meterstapel von 1 x 1 x 1 m auf. So kann es vom Förster möglichst schnell begutachtet und vermessen werden.

                  9. Darf das Holz mit dem Auto nach Hause transportiert werden?

Möchten Sie das Feuerholz mit den PKW abtransportieren, lohnt sich zuvor ein genauer Blick in die Fahrzeugpapiere: Ein Raummeter frisches Holz wiegt bis zu einer Tonne und das kann so manches Fahrzeug an den Rand des Möglichen bringen. Zudem ist eine Genehmigung des Waldbesitzers erforderlich, um den Waldweg mit dem PKW zu befahren.

                10. Ist es besser, das Brennholz im Wald trocknen zu lassen?

Wir empfehlen Ihnen, das Holz nicht im öffentlichen Wald zwischenzulagern. Diebstahl im Wald ist leider keine Seltenheit. Außerdem bestehen viele Forstämter auf einen zeitnahen Abtransport.

Von Kopf bis Fuß: Gut geschützt bei der Arbeit im Wald

Auch für Brennholzselbstwerber ist bei der Arbeit mit der Motorsäge eine entsprechende Schutzausstattung Pflicht. Um Ihr Gesicht und Ihre Augen zu schützen, sollten Sie beispielsweise einen Gesichtsschutz oder eine Schutzbrille tragen. Klicken Sie sich gleich durch unsere Fotogalerie für die wichtigsten Schutzartikel:

Grobstollig und wasserabweisend: Motorsägenstiefel sorgen für einen sicheren Stand und schützen vor Schnitten sowie herabfallenden Gegenständen.

Eine Schnittschutzhose ist bei der Arbeit mit der Motorsäge unabdingbar: Neben Schutz bieten viele Hosen praktische Taschen und komfortable Entlüftungsöffnungen.

Schutz vor Schmutz und Spänen: Ein effektiver Kopfschutz besteht aus einer stabilen Helmschale, einem Gesichtsschutzgitter und einem Gehörschutz.

Alles sicher im Griff: Mit den passenden Handschuhen sind Sie vor Verletzungen, Kälte, Nässe und Schmutz stets sicher.

Gut vorbereitet: Mit einem STIHL Notfalltäschchen sind Sie auch im Ernstfall gerüstet.